Jakob Lorber
und die Neuoffenbarung
Von den 25 umfänglichen Bänden und einer Reihe
kleinerer Schriften des Lorberwerks seien hier
nur das „Große Evangelium Johannes“ und die
„Jugend Jesu“ genannt. Im „Großen
Evangelium Johannes“ besitzen wir
gemäß biblischer Verheißung in Joh. 14,26
eine eingehende Schilderung der Lehrtätigkeit
und des Wirkens Jesu. Wir werden gleichsam
Ohrenzeugen auch jener Lehrgespräche, die Jesus
nur im Kreise seiner reiferen Jünger und Freunde
führen konnte und die, wie auch manche
Heilungen, nicht zur späteren Aufzeichnung in
den biblischen Evangelien bestimmt waren. Das
zehnbändige Werk bildet gleichsam die
„authentische Langfassung“ des biblischen
Johannesevangeliums, dessen Chronologie es
folgt, und ist das Herz- und Hauptstück der
Gottesbotschaft durch Jakob Lorber.
Die „Jugend Jesu“ macht uns wieder mit dem seit
frühchristlicher Zeit – bis auf geringe Teile,
die in der „Berlenburger
Bibel“ überliefert sind –
verschollenen vollständigen Jakobusevangelium
vertraut. Der von Jakobus dem Älteren (dem
jüngsten Sohn Josephs aus erster Ehe und Helfer
Marias bei der Betreuung ihres Kindes Jesus)
verfaßte ausführliche Bericht über Empfängnis
und Geburt Jesu, ferner die mit römischer Hilfe
gelungene Flucht der Familie vor dem
Kindesmörder Herodes nach der damaligen Stadt
Ostracine in Ägypten, ihr dortiger Aufenthalt
und die Rückkehr nach Nazareth –, und vieles
Weitere wird in einer Weise geschildert, die
unser Gemüt tief anrühren, uns das Empfinden
unmittelbaren Beteiligtseins vermitteln und
etwas vom Wirken des Gottesgeistes im Kinde
Jesus verspüren lassen kann.
Nach den prophetischen Kundgaben Lorbers vor 150
Jahren steht die Menschheit gegenwärtig mitten
in der größten inneren und äußeren Umwälzung
ihrer Geschichte und durchläuft in diesen
Jahrzehnten den letzten, äußerst turbulenten und
durch menschliches Fehlverhalten, zunehmende
Naturkatastrophen und technische Großunfälle
geprägten Abschnitt (End- und Wendezeit) vor dem
Durchbruch in ein neues Zeitalter, dem
verheißenen Friedensreich Jesu Christi, in dem
die Menschen den Geist Seiner Liebe in sich zur
Herrschaft gelangen lassen.
Hermann-Josef Brodesser
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