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Matthäus erzählt in seinem Evangelium auch die Geschichte von der Verfluchung des Feigenbaumes:
Am Tag nach seinem triumphalen Einzug in Jerusalem, dem „Palmsonntag", also nur wenige Tage vor seinem Tod, kam Jesus von Bethanien her wieder auf Jerusalem zu. Er hatte Hunger, berichtete Matthäus, ging deshalb auf einen Feigenbaum zu und suchte ihn nach reifen Früchten ab. Doch er fand nichts als üppig wuchernde Blätter. Da verfluchte er den Baum: In Ewigkeit soll keine Frucht mehr an dir wachsen!" Und auf der Stelle verdorrte der Baum.
(Matthäus 21,19)

Der Glaube, der Berge versetzt

Der Evangelist Markus erzählt die Episode ein wenig anders. Seiner Darstellung nach (Markus 11,12-14) war der Feigenbaum erst verdorrt, als sie abends wieder an ihm vorbeikamen. Markus setzt seinem Bericht auch die offensichtlich verwunderte Bemerkung hinzu: Der Baum konnte ja gar keine Früchte tragen - es war ja noch nicht einmal Ostern, nicht Erntezeit.

Ein ungerechter, geradezu überheblicher Fluch: Wenn ich komme, hast du reife Feigen zu tragen? Gewiss nicht: Aus anderen biblischen Erzählungen und Gleichnissen wissen wir, dass der Baum krank und unfruchtbar war. Er trug so viel Laub, wie es ein gesunder Feigenbaum nur dann trägt, wenn bereits die Früchte reifen.

Der krankhafte Blatt-Trieb, der Fruchtbarkeit vortäuscht, der die Kraft des Bodens nur in Blätter statt in Früchte saugte, war für Jesus Sinnbild des unfruchtbar gewordenen Glaubens in Jerusalem: Alles war nur noch Schein nach außen, so tun als ob, leere Form ohne Inhalt. Er war ja gerade dazu gekommen, diese Falschheit zu entlarven!

Für Jesus wurde der Feigenbaum aber auch zum Anlass, seinen Jüngern etwas ganz Wichtiges mitzuteilen. Als sie ihn nämlich fragten: Wie konnte nur der Feigenbaum so plötzlich verdorren? Da antwortete er ihnen beschwörend, ja feierlich: „Amen, das sage ich euch. Wenn ihr den Glauben habt und nicht zweifelt, dann könnt ihr nicht nur so etwas vollbringen, wie ich es an dem Feigenbaum vollbrachte. Selbst wenn ihr zu diesem Berg sagt: Hebe dich hinweg und stürze dich ins Meer! wird es geschehen. Und alles, was ihr im Gebet erbittet, werdet ihr erhalten, wenn ihr glaubt!" (Matthäus 21,21-22)

Das ist der Glaube, der Berge versetzt, die absolut feste Überzeugung: Was ich vorhabe, das wird gelingen.

Das ist der Glaube, der Petrus über das Wasser gehen ließ, bis Zweifel auftauchten und ihn sinken ließen (Matthäus 14,30-31), worauf er sich den Vorwurf gefallen lassen musste:
„Du Kleingläubiger! Warum hast du gezweifelt?"

Das ist der Glaube, der bei der Begegnung mit Jesus so viele geheilt hat: „Dein Glaube hat dir geholfen." (Matthäus 9,22). Das ist der Glaube, den Jesus von den zweiundsiebzig Jüngern erwartete, die er losschickte:

„Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe." (Lukas 10,9). Sie hatten diesen Glauben und kehrten jubelnd zurück: Es hat geklappt! „Herr, sogar die Dämonen gehorchen uns, wenn wir deinen Namen aussprechen." (Lukas 10,17). Das ist auch der Glaube, der die ersten Christen in ihrer feurigen Begeisterung beseelte: Sie wurden zu Geistheilern, zu Propheten. Sie konnten Gift trinken, ohne dass es ihnen geschadet hätte. Alles, weil ihr Glaube in der Autorität Jesus ganz fest verankert war.

Der verhängnisvolle Kampf gegen den „Aberglauben"
Um die Ärgernis „Wunder" endlich aus der Welt zu schaffen, die heilige Schrift von „altem Aberglauben" zu reinigen, machten sich die christlichen Kirchen ab den dreißiger Jahren daran, die Bibel zu „entmythologisieren". Es sollte alles rein rational erklärbar, deutbar, verstehbar werden. Das Wasser bei der Hochzeit zu Kana (Johannes 2) ist also nicht wirklich zu Wein geworden; die guten Leute haben sich das, geblendet von der Figur Jesu, nur eingebildet. Der Blinde wurde nur deshalb sehend, weil der Schock der Begegnung irgendeinen „Knoten" in seinem Organismus gelöst hat, eine ganz natürliche Sache. Jesus ist auch nicht von den Toten auferstanden: Die Jünger und Apostel sind frommem Wunschdenken verfallen. Bis hin zur Feststellung: Es gibt auch keine unsterbliche Seele. Der Mensch ist bekanntlich aus dem Tier hervorgegangen. Da sie nicht unsterblich sind, kann es folglich der Mensch auch nicht sein; mit dem Tod ist alles endgültig aus.

Wenn es doch ein ewiges Leben gibt, dann nur deshalb, weil Gott uns versprochen hat, uns zum zweiten Mal zu erschaffen, dann eben unsterblich.

   Um ganz auf dem Boden seriöser, nüchterner Wissenschaft zu stehen, sind Theologen zu solchen Äußerungen gekommen. Sie haben, so könnte man es formulieren, dem Glauben den Glauben weggenommen und ihn damit zerstört. Kein Staunen mehr, kein Raum mehr hinter der Welt des sinnlich Erfahrbaren, nichts Wundervolles mehr.

   Wie armselig klein, wie unerträglich kalt ist diese Welt und diese Religion in ihr geworden! Wie wenig traut man Gott noch zu - vergleichbar dem Gott der alten Juden! Wie imponierend stark konnten jene noch glauben, gemessen an dem, was wir noch unter Glauben verstehen!

   Schon lange vor den Theologen haben die Mediziner den Glauben aus den Kliniken, den Behandlungszimmern, den Krankenstuben verbannt. Sie sahen - ebenfalls als rein empirisch denkende Wissenschaftler - im kranken Körper nur noch das biologische Gebilde, das rein nach physikalischen und chemischen Gesetzen funktioniert, das man wieder zum richtigen Funktionieren bringen kann, wenn man herausgefunden hat, welche Substanzen fehlen, so dass diese ergänzt werden können; welche Stoffe schädlich sind, also entfernt werden müssen; welche Krankheitserreger eingedrungen sind und vernichtet werden müssen; wo etwas falsch heranwächst und deshalb wegzuschneiden ist. Der Patient war kein Mensch mehr, dessen Heilkräfte versagen und der Glauben und Zuversicht braucht, damit sie erstarken, sondern „der Magenkrebs Zimmer 7", „die Leberzirrhose Zimmer 9" oder „das Lungenkarzinom Zimmer 2".

Erst in jüngster Zeit hat sich das deutlich gewandelt. Während der berühmte Arzt vor hundert Jahren noch überheblich formulierte: „Ich habe viele tausend Körper aufgeschnitten und niemals eine Seele gefunden", sagt der Wissenschaftler kurz vor der Wende ins dritte Jahrtausend eher demütig: "Wäre ich doch nur halbwegs so klug, wie meine Leber es ist! Welch ein Glück, dass ich nicht mit meiner beschränkten Einsicht die Vorgänge in meinem Körper steuern muss! Ich könnte keine Sekunde überleben."

  Gleichzeitig kommt man nicht mehr umhin zuzugeben, dass viele gute Heilpraktiker, die sich Zeit nehmen, ihre Patienten anhören, ihnen Mut machen und ihr Vertrauen wecken, oft erstaunliche, mitunter geradezu unmögliche Heilerfolge erzielen können. Und dann gibt es auch noch die Geistheiler, die „Wunderheiler", offensichtlich begabte Menschen, die scheinbar überhaupt kein Medikament brauchen. Sie legen nur die Hände auf oder sie stellen sogar aus der Ferne mit dem Patienten eine geistige Verbindung her - unbestreitbar gelegentlich mit gutem Erfolg. Sie heilen so, wie Jesus geheilt hat. Richtiger müsste man sagen: Sie helfen dem Kranken, so wie Jesus ihm geholfen hat, sich selbst zu heilen.
(mit freundlicher Genehmigung - Sternbild - Text © von Kurt Allgeier )
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Krankheit
als Weg


.... Während der berühmte Arzt vor hundert Jahren noch überheblich formulierte: „Ich habe viele tausend Körper aufgeschnitten und niemals eine Seele gefunden", sagt der Wissenschaftler kurz vor der Wende ins dritte Jahrtausend eher demütig:
"Wäre ich doch nur halbwegs so klug, wie meine Leber es ist! Welch ein Glück, dass ich nicht mit meiner beschränkten Einsicht die Vorgänge in meinem Körper steuern muss! Ich könnte keine Sekunde überleben." ...
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siehe auch:
Positives Denken und astrologische Prognose
Die Nutzanwendung des Erfüllungszwanges

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

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Diese Website wurde zuletzt aktualisiert am 27.09.08